Inhalte der Weiterbildung Traumatherapie


Fokus der Traumatherapie

Welche Traumatherapien sind erfolgreich und wo liegen deren Stärken und Schwächen? Das Einführungsseminar in die Traumatherapie wird auf diese Fragen Antworten geben.

Die Behandlung psychischer Traumata, also schwerer seelischer Erschütterungen, bedarf spezifisches Wissen und besonderes Können  - das fundiertes Wissen über die Wirkung von Traumata hilft traumatisierten Menschen, mit Schreckenserfahrungen umgehen und den Alltag wieder eigenständig gestalten zu können. Traumatherapeutisch steht die Ich-Stärkung im Vordergrund, die häufig schon durch Stabilisierungstechniken gelingt. Ergänzende konfrontative Techniken dagegen bedarf es zur Behandlung von tiefergreifenden Traumata. Ziel jeder Traumatherapie ist es, das die traumatische Widerfahrnis als bewältige Erfahrung in die eigene Lebensgeschichte zu integrieren.

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Das Trauma

Traumatisierte leben mit einer tiefen inneren Verletzung, die nicht bewältigt werden kann und immer wieder aufgerufen oder reaktiviert wird. Ein Trauma ist ein Erlebnis, mit dem überwältigende Angst zu schnell und ohne Schutz in die eigene Erfahrungswelt drängt, so dass die Angst zum dauerhaften Begleiter und Fremdköper in der Seele wird.

Traumatisierte verstehen häufig ihre eigenen Gefühle nicht: eine chronische innere Unruhe wechselt sich ab mit depressiven Stimmungsphasen; die starre Ohnmacht gegenüber dem Erlebten kann leicht umschlagen in eine Schreckhaftigkeit und eine scheinbar grundlose Gereiztheit gegenüber Alltäglichem. Um sich zu schützen, versuchen die Betroffenen, belastende Situationen zu vermeiden. Die Betroffenen berichten dann von einem Taubheitsgefühl, das es ihnen schwer macht, mit anderen Menschen enge Bindungen einzugehen.

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Mono- und komplexe Traumata

Ein Monotrauma bezeichnet ein einmaliges traumatisches Geschehen, das gegenüber den übrigen Erfahrungen gut abgesondert werden kann.

Ein serielles Trauma dagegen benennt eine Kette von traumatischen Widerfahrnissen. Ein kumulatives Trauma besteht aus vielen schwierigen Widerfahrnissen, die jeweils einzeln zwar verletzend, nicht traumatisch wirken – die Häufung der Verletzung erlaubt jedoch keine Erholung, so dass die Gesamtheit der Verletzungen traumatisch wirkt.

Ein komplexes Trauma liegt in der Regel bei Traumatisierungen in der Kindheit vor oder bei schweren Traumatisierungen im Erwachsenenalter: die Betroffenen können traumatische Widerfahrnissen nicht mehr gut von sonstigen Erfahrungen unterscheiden.

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Die Traumatherapie - theoretische Schwerpunkte

Im Seminar Traumatherapie werden die neurobiologischen Modelle sowie die verhaltenstherapeutischen und tiefenpsychologisch fundierten Konzepte der Psychotraumatologie vorgestellt. Für die Traumaexposition und den dauerhaften Schutz vor traumatischen Reaktionen werden auch die systemischen wie hypnotherapeutischen Verfahren genutzt.

Folgende Themen werden im Laufe der Fortbildung fokussiert:

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Annäherungen an den Begriff „Trauma“

Es ist eine therapeutische Kunst, einen Gegenstand aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Auch die Bedeutung des Begriffes Trauma kann aus verschiedenen Blickwinkeln erschlossen werden, so etwa

  • sprachlich, etymologisch: Trauma ist ursprünglich ein griechischer Begriff mit dem Primärsinn „Verletzung“
  • literarisch: Homer beschreibt in seiner berühmten Ilias die Schlacht von Troja und darin auch Szenen von psychischer Traumatisierung, wo die Helden für emotionalen Schmerz über den Verrat und den Tod von Nahestehenden in Raserei geraten und nur noch im Tod Ruhe finden können.
  • künstlerisch: Picassos Guernica etwa oder Munchs Der Schrei bringen Traumatisches ins Bild lange bevor der Begriff Trauma geläufig wurde.
  • soziologisch: die Beschreibung von sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Umbrüchen erfasst Dimensionen, die psychotherapeutisch und in der Psychotraumatologie von großer Bedeutung und Relevanz sind.
  • psychotherapeutisch wird innerpsychisch das Trauma überwältigende und verletzende Erfahrung beschrieben, die die Ich-Struktur der Betroffenen erschüttert mit Auswirkung auf Körpererleben, Selbsterleben und soziales Handeln/Verhalten.

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