Häufig gestellte Fragen zur Fortbildung Psychoanalyse

Wie profund kann die Psychoanalyse bzw. die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in 20 Abendterminen über 2 Jahre erfahren und erlernt werden?

Das Erlernen der psychoanalytischen Haltung ist eine lebenslange Aufgabe. In 20 Abendterminen über zwei Jahre kann allerdings diese Haltung profund eingeübt werden, indem ihre Elemente erläutert, in Gruppen- und Einzelerfahrungen durchdrungen und in praktischen Übungen eingeübt wird. Wichtige Elemnte dieser Haltung sind Holding und Containing sowie Erfassen von Abwehr und Widerstand im Übertragungsgeschehen. Über die theoretischen Erläuterungen und praktischen Übungen hinaus kann vor allem in den Supervisionen zu den eigenen Therapien erfahren werden, wie psychoanalytisches Arbeiten gemeint ist und gelingen kann.


Wie praxisnah wird die Psychoanalyse unterrichtet und welche Möglichkeiten bestehen, die Psychoanalyse mit Hilfe der Fortbildung später eigenständig anwenden und nutzen zu können?

Die psychoanalyischen Techniken werden aus verschiedenen Perpektiven zunächst theoretisch erläutert: ohne Veständnis der Theorie entstehen Unsicherheiten in der Praxis. Weiter werden die spezifischen Interventionsverfahren für unterschiedliche Störungen im Lehrgang vorgestellt und eingeübt. Vertieftes Verständnis der Psychoanalyse entsteht durch Selbsterfahrung und Bearbeitung eigener innerer Konflikte mittels psychoanaltischen Vorgehens durch erfahrene AnalytikerInnen. Das eigenständige Anwenden der vermittelten, eingeübten und selbsterfahrenen analytischen Techniken bei einer/einem PatientIn oder KlientIn wird durch die Supervision begleitet und eingehend besprochen.

Wie kann ich mir "Psychotherapie unter Supervision" vorstellen?

Die Supervision ist ein wesentlicher Bestandteil des Fortbildung.  - Die Geschichte der Supervision beginnt mit der grundsätzlichen Frage, wie therapeutische, beratende oder helfende Techniken erlent werden können. Diese Frage war schon Gegenstand der frühen psychoanalytischen Kreise und wurde von S. Freud u.a. in seinem Text zur Laienanalyse behandelt.  - In der Supervision wird darauf geachtet, dass der/die SupervisandIn nicht lediglich beschult oder belehrt wird, sondern am Fall die eigenen Fähigkeiten besser entfaltet werden. Dabei wird der Blick nicht auf das Handeln (Profession), sondern ebenso auf die Rahmenbedingungen (Institution) und die eigene Haltung (Emotion) gelenkt. - Die psychoanalytische Supervision deckt überdies paralle Prozesse auf, die oft zwischen Therapie und Supervision zu beoachten sind: unbewußte Inhalte und Beziehungsmuster, die im therapeutischen Prozess gegeben und zu bearbeiten sind, tauchen meist ebenso in supervidierenden Prozeß auf. Das Verstehen dieser parallen Prozesse eröffnet dem/der Supervisandin unmittelbar neue Perspektiven auf das eigene psychotherapeutische Vorgehen.

Ist es möglich, die Psychoanalyse mit anderen Techniken aus Psychotherapie und Coaching zu verbinden? - Welchen Platz kann der psychoanalytische Aspekt in Coaching/Beratung sowie in anderen helfenden Berufen einnehmen?

In der Geschichte der Psychoanalyse hat sich zeitweilig die Meinung durchgesetzt, dass der/die AnlaytikerIn immer abstinent und - in empathischer Grundhalten - lediglich klärend/deutend zu intervenieren habe ohne dabei zu coachen oder zu beraten. - Schon aber die Schriften und Behandlungsberichte S. Freuds lehren dagegen anderes. Moderne psychoanalytische Techniken integrieren heute stüzende und zuweilen auch beratende Elemente. Coaching-Prozesse gewinnen durch die psychoanalytische Haltung grundsätzlcih an Tiefe: im Coaching entstehen so weitere Horizonte des Verstehens und Handlungsoptionen.