Modul Trauma und Schmerz - Weiterbildung Traumatherapie

Trauma und Schmerztherapie

Schmerzen entstehen infolge körperlicher Erkrankungen und infolge psychischer Verletzungen.

Das Schmerzempfinden wird dabei durch innere Ablenkung (Dissoziation) gelindert, durch erhöhte Aufmerksamkeit jedoch verstärkt. Auch können im Schmerzgedächtnis gespeicherte frühe Schmerzerfahrungen aus der Kindheit und Jugend durch aktuelle Schmerzen wieder wachgerufen werden und das Schmerzerleben steigern. Weiterhin können auch Ängste oder Depressionen, aber auch kulturelle Faktoren, die Schmerzschwelle senken und das Schmerzempfinden erhöhen.

In der Schmerztherapie / Schmerzpsychotherapie werden die Strategien fokussiert, die zur Bewältigung der Krankheit und Schmerzen dienen. Ziel der Therapie ist es, ein individuell angemessenes Konzept zur Schmerzbewältigung zu finden und einzuüben: ein solches Therapiekonzept stellt aktiv anwendbare Strategien zur Reduktion des Schmerzes und der Schmerzmittel bereit.

In der Schmerztherapie / Schmerzpsychotherapie werden tiefenpsychologisch fundierte, verhaltenstherapeutisch, themenzentriert-interaktionelle und hypnotherapeutische Techniken eingesetzt, um die Eigenmotivation des/r Patienten/in zu stärken. So erlernt etwa der/die Patient/in die Anwendung der Eigenhypnose zur Schmerzreduktion.

Weiterbildung Schmerzpsychotherapie – Themen und Inhalte

Schmerzen, akut und chronisch, fokussieren die Aufmerksamkeit auf das Schmerzgeschehen und intensivieren so häufig das Schmerzempfinden. Im Seminar werden methodenübergreifende Techniken vermittelt bzw. eingeübt, mit denen zugleich der Schmerz gewürdigt, als auch in den Hintergrund der Aufmerksamkeit treten kann. Dazu werden detailliert medizinisches Wissen zur Neurophysiologie verschiedener Schmerzensarten vorgestellt. Dabei kommen die peripheren Funktionsstörungen ebenso in den Blick wie Prozesse des zentralen Nervensystems (Schmerzgedächtnis).

Ziel des Seminars ist, im Gespräch mit den Patienten eine ausschließlich medizinisch begründete Schmerzdiagnose zu ergänzen, die kulturellen und sozialen Faktoren des Schmerzerlebens zu erfassen und die Bedingungen zu verändern, mit denen chronische Schmerzen und das Schmerzerleben aufrecht gehalten wird. Dazu dienen essentielle Elemente aus der tiefenpsychologisch fundierten Therapie, der Verhaltenstherapie, des Biofeedbacks, jeweils kombiniert mit speziellen hypnotherapeutischen Techniken.

Schmerzen werden in unterschiedlich kulturellen Kontexten unterschiedlich erfahren. So werden die kulturellen Faktoren des Schmerzerlebens in den Blick genommen. Themen dabei sind:

  • Medizinische und psychologische Grundlagen der Schmerzpsychotherapie
  • Psychologische Anamnese und Diagnostik bei chronischen Schmerzen
  • Verhaltenstherapeutische und tiefenpsychologische Therapieansätze bei chronischen Schmerzen
  • Transkulturelle Dimensionen der Schmerztherapie und Schmerzpsychotherapie
  • Schmerzpsychotherapie bei Kopfschmerz, Rückenschmerzen, rheumatischen Erkrankungen inkl. Fibromyalgie, bei neuropathischen Schmerzen und bei Tumorschmerz
  • Physiotherapie bei chronischem Schmerz
  • Medikamentenabhängigkeit und Entzug in der Schmerztherapie
  • Schmerzpsychotherapie im Gruppensetting