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Schematherapie (VT)

J. Young (*1950), der Begründer der Schematherapie, bezeichnet ein komplexes Muster aus Empfindungen, Emotionen, Kognitionen und Erinnerungen als ein Schema, welches vor allem im Kontakt mit anderen Menschen aktiv wird und somit das Beziehungsgeschehen sehr stark prägt. Ein solches zentrales (Beziehungs-)Schema entsteht in den frühen Lebensjahren und kann sich bis zur Adoleszenz festigen.

Wesentlich ist nun, dass für manche, oftmals für etliche (sozialen) Beziehungen die früh entstandenen Schemata „dysfunktional“ sind, also beziehungsbelastend oder gar -verhindernd.

Die Schematherapie wurde zunächst im Blick auf tiefergehende Persönlichkeitsstörungen entwickelt, da in der Regel alle Persönlichkeitsstörungen durch dauerhaft fehlgehende, dysfunktionale Verhaltens- und Beziehungsmuster auffallen. In jüngerer Zeit werden die Instrumentarien der Schematherapie auch bei einer Vielfalt psychischer Störungen genutzt (Depression, Essstörungen, Traumata) sowie weiterhin im Feld der Paartherapie und Paarberatung genutzt.

Ein Schema entsteht in der frühen Entwicklung immer dann, wenn die wesentlichen emotionalen Bedürfnisse ohne angemessene Resonanz oder Befriedigung blieben. Eine psychisch stabile Entwicklung eines Kindes bedarf der bestätigenden und unterstützenden Reaktion, wenn das Kind etwa

  • Schutz und sichere Bindung sucht,
  • sich spielerisch entfalten möchte,
  • autonome Impulse und Ichhaftigkeit entwickelt,
  • Grenzen testen und verändern will.
In der Fortbildung werden die schematherapeutischen Verfahren vorgestellt und eingeübt sowie Möglichkeiten aufgezeigt, diese Verfahren mit einer psychoanalytischen Haltung zu verbinden und zu vertiefen.