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Erlebnisweisen

Ein Schema kann in verschiedenen Weisen – Modi genannt – entfaltet werden, so 

  • im Kind- oder 
  • im dysfunktionalen Elternmodus. 
  • Beide Modi werden ergänzt durch jeweilige dysfunktionalen Bewältigungsmodi, um das Leid abzumildern, welches durch die ungünstigen Kind- und Elternmodi entstehen.
Im Kind-Modus erleben Betroffene auf intensive und überwältigende Weise deutlich negative oder belastende Gefühle, die zur aktuellen Situation nicht passen und wenig angemessen erscheinen. So kann etwa das Gefühl der Verletzung („verletztes Kind) oder der Wut („wütendes Kind“) oder der fehlenden Versorgung/Verwöhnung („verwöhntes/undiszipliniertes Kind“) im Vordergrund stehen.

Im dysfunktionalen Elternmodus wiederholt der/die Betroffene innerlich früher erfahrene Anforderungen gegenüber seinen Kindern, aber vor allem auch gegenüber sich selbst, so dass schnell Selbstvorwürfe oder gar Selbstmissachtung entstehen können, entweder strafend und/oder emotional (über)fordernd und/oder leistungsfordernd.

Im Bewältigungsmodus wird versucht, die negativen und leidvollen Konsequenzen, die aus den unangemessenen Kind- und Elternmodi entstehen, zu mildern und zu harmonisieren, ohne dass grundsätzlich die negativen Modi aufgegeben werden. Gemäß der Schematherapie kommt es dabei im Wesentlichen zu drei unterschiedlichen Verhaltens- und Erlebnisweisen:

  • gefühlsvermeidende Weise, wobei vor allem (emotionale) Distanz in Beziehungen und zu Verhältnissen besteht, etwa als „distanzierter Beschützer“ oder als „distanzierter Beruhiger“. Während der distanzierte Beschützer durch wenig Emotionalität, Vergesslichkeit, bedeutungsloses Sprechen oder Verschiebung auf psychosomatische Symptome auffällt, imponiert der distanzierte Selbstberuhiger etwa durch süchtiges Verhalten (Substanzmissbrauch, übermäßiges Essen, Arbeitssucht etc.).
  • überkompensierende Weise, etwa in Form von zwänglicher Kontrolle, narzisstischer Selbsterhöhung und/oder aggressivem Einschüchtern Anderer.
  • Unterordnender Weise, etwa in Form von unangemessener Anpassung und/oder Unterwerfung und/oder Abhängigkeit in Beziehungen, wobei eigene (Ich-)Impulse zurückgenommen werden bzw. gehemmt sind.